Die Gemeinde von Aubusson, die im Herzen des Creuse-Tal versteckt liegt, durch das der gleichnamigen Fluss fließt, hat ihre historischen Wurzeln in der Eisenzeit, wovon auch noch das Lager von Chârtres zeugt, ein ehemaliges gallisches Oppidum. In der Stadt, die in einer grünen, bewaldeten Umgebung liegt, wird bis heute ein über hundert Jahre altes Handwerk ausgeübt, das von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt wurde: das Teppichweben. Die Geschichte des Teppichwebens in Aubusson beginnt vor über sechs Jahrhunderten, eine Kunst der Geduld und Bescheidenheit. Die Berufe des Spinnereibesitzers, des Färbers und des Webers tragen großes Ansehen, und viele Ateliers und Galerien stellen heute noch die Wandteppiche aus, denen die Stadt ihren Ruf verdankt.
Man sagt, die Flandern hätten die Kunst des Teppichwebens im 14. Jahrhundert eingeführt. Da Colbert Aubusson den Titel der Königlichen Manufaktur zuspricht, erlebt die Stadt im 16. und 17. Jahrhundert ihre Blütezeit. Trotz der Säurehaltigkeit des Wassers der Creuse siedeln sich die Teppichwebereien in der Gemeinde an. Tatsächlich aber kommt das Flusswasser dem Entfetten der Wolle und dem Anrühren der Farbe zugute. Die ersten bekannten Teppiche aus Aubusson werden 1501 von den Brüdern Augeraing gewebt. Mit ihren Natur- und Jagdszenen als auch religiösen Darstellungen kommt den Wandteppichen von Aubusson internationale Anerkennung zu, die ihnen eine Klassifizierung als UNESCO Weltkulturerbe einbrachte.
Die Stadt, die auf der Achse von Limoges und Clermont-Ferrand liegt, ist ca. 45 Minuten von der Départements-Präfektur Guéret entfernt.
In der Gemeinde kann man diese altüberlieferte Kunst des Teppichwebens, ob modern oder traditionell, entdecken, und die verschiedenen Techniken sowie die Webmeister persönlich kennen lernen. Wenn man vom Marktplatz die "Alte Straße" (Rue Vieille) hinaufgeht, trifft man auf das Maison des Tapissiers - das Teppichweberhaus. In diesem Gebäude aus dem 16. Jahrhundert, das im Herzen des historischen Zentrums von Aubusson liegt, werden die Geschichte und die Tradition der Weberei und Bildwirkerei ausgestellt, was dem Atelier des Kartonmalers und dem Bureau des Teppichweberhandels zu verdanken ist. Dort werden auch das ganze Jahr Führungen und andere Veranstaltungen angeboten. Setzen Sie ihren Spaziergang in Richtung der grünen Ufer der Creuse und der Avenue des Lissiers fort, um zum Musée Départemental de la Tapisserie - dem Departements-Museum der Teppichweberei zu gelangen. Im Museum, das die Entwicklung der Teppichweberei im Laufe der Jahrhunderte dokumentiert, bekommt man auch historische, soziologische und technische Informationen zur Kunst des Teppichwebens in Aubusson. Im Stadtzentrum befinden sich darüber hinaus Geschäfte, Restaurants und Hotels, die die Besucher während ihres Aufenthalts willkommen heißen.

© Ein Artikel von Geoffrey Brault - Détours en Limousin.
Übersetzung: Julia Mannagottera
Fotografien: Office du Tourisme d'Aubusson
Veröffentlichung online: Mai 2010