Die Festung von Castelnau-Bretenoux mit den roten Steinmauern lässt noch heute ihre frühere militärische Macht erahnen. Ihre hohen massiven Türme und die enorme Festungsmauer werfen einen schützenden Schatten auf das umliegende Land. Da wird es offensichtlich, dass sich dieses Schloss in der Gemeinde von Prudhomat im Département Lot, mit seinem sorgfältig restaurierten und wieder eingerichteten Inneren, für einen Umweg lohnt.
Das im 12. Jahrhundert erbaute Schloss von Castelnau-Bretenoux wird im Laufe der Jahrhunderte von den verschiedenen Familien aus Castelnau umgestaltet. Von seinen mittelalterlichen Bauteilen bleiben nur noch der eckige Bergfried sowie das herrschaftliche Unterkunstgebäude bestehen.
Seit den Beginnen der Artillerienutzung wissen die Landesherren, ihre Festungen an die neue Technik anzupassen. Neun Rundtürme, eine dreifache Mauer und tiefe Gräben machen aus Castelnau-Bretenoux eine sehr weit entwickelte militärische Festung.
Als das letzte Mitglied des Geschlechts der Castelnau 1715 stirbt, steht das Schloss fast zwei Jahrhunderte leer. 1895 kauft Jean Mouliérat, Tenor an der Opéra Comique in Paris, die Festung. Daraufhin wird sie restauriert und mit zahlreichen Möbeln und Sammelgegenständen des Sängers gefüllt. Nach seinem Tod 1932 geht das Denkmal an den Staat über, der noch heute diesen majestätischen Zeugen unserer Vergangenheit aufrecht erhält.
Der Eintritt in das Schloss ist kostenpflichtig. Regelmäßig finden Führungen durch das Schloss statt, bei denen man die vielen Einrichtungsgegenstände und Sammlungen von Jean Mouliérat begutachten kann.
Um das Schloss herum kann man bei einem Spaziergang den Garten und die verschiedenen Ausstellungssäle entdecken. Vom Artillerie-Turm (Tour d'Artillerie) aus kann man ein wunderschönes Panorama über das umliegende Land, das Lot und den Süden des Limousin genießen. Das ist auch die Möglichkeit, die Befestigungen im Inneren der Wassergräben zu besichtigen und sich über das gewaltige Ausmaß dieses von Menschenhand vor mehreren Jahrhunderten erbaute Denkmal klar zu werden.
© Ein Artikel von Sébastien Champagne - Détours en Limousin.
Übersetzung: Julia Mannagottera
Letzte Aktualisierung: Mai 2009