Die mittelalterliche Festung von Castelnaud, Dordogne, hält viele Überraschungen bereit. Seit 1985 befindet sich in ihm das Museum des Krieges im Mittelalter.
Castelnaud, das auf dem Gipfel eines Felsvorsprungs liegt und das Dorodgne-Tal dominiert, ist eine kriegswichtige Hochburg mit seiner Festung aus dem 13. Jahrhundert. Deren Abwehrstrukturen werden im Laufe der Zeit bis zum 16. Jahrhundert verbessert. Während des Hundertjährigen Krieges erleidet das Schloss zahlreiche Anstürme und wechselt sieben Mal das Lager zwischen den Engländern und den Franzosen. 1442, nach einer dreiwöchigen Belagerung von Karl VII, geht die Festung wieder an die Franzosen zurück. Eine Rekonstruktion dieses bewegenden Abschnitts in der Geschichte von Castelnaud ist in einem der Festungssäle ausgestellt. Unter dem Sitz der Familie des Caumont verfällt das Schloss und wird im 19. Jahrhundert zum Steinbruch. Weiter unten, während des Aufschwungs des Transports auf Wasserwegen, wird der Binnenhafen mit den Steinen der Festung erbaut.
Die Restaurationsarbeiten der Burg beginnen 1966, das Jahr in welchem das Gebäude durch die Klassifizierung "monument historique" unter Denkmalschutz gestellt wird. Bei einer Besichtigung, ob alleine oder geführt, kann man zahlreiche Waffen aus dem Mittelalter (Feldschlangen, 12-Kanonen-Orgel, Arkebuse, Armbrust, Dolch und Schwert, ...) und Rüstungen begutachten. Eine Seltenheit sind die wiederhergestellten Kriegsmaschinen, wie die Blide oder die Bombarde, die Bände sprechen über den Krieg in der mittelalterlichen Epoche. Verschiedene andere Modelle vervollständigen diese maßgenaue Rekonstruktion auf pädagogische Weise (Mangonel und andere Wurfmaschinen).
Während der Besichtigung werden viele Animationen angeboten. So kann man in einer Schmiede zusehen, wie Waffen und Rüstungen gemacht werden, oder bei einer Schussdemonstration mit der Blide dabei sein. Andere mittelalterliche Vorführungen und ein Nachtspektakel bieten Unterhaltung für jeden Geschmack.
Castelnaud ist für alle - ob mit Familie oder unter Freunden - das ganze Jahr über geöffnet. Für den Besuch sollte man mindestens eine gute Stunde einrechnen.
© Ein Artikel von Stéphane Dubin - Détours en Limousin.
Übersetzung: Julia Mannagottera
Letzte Aktualisierung: August 2009