Im Departement Lot enthüllt die Stadt Rocamadour ein erstaunliches architektonisches Kulturerbe. Die religiösen und bürgerlichen Bauten beeindrucken durch ihre Größe und ihre Lage am Hang einer hohen, steilen Felswand.
Seit der Altsteinzeit werden die Felswände, in denen sich zahlreiche Grotten befinden, von Menschen bewohnt. Man hat dort Spuren entdeckt, die das beweisen.
Im Mittelalter, im 12. und 13. Jahrhundert, entwickelt sich Rocamadour am meisten. Militärische und religiöse Gebäude werden geschaffen und mit dem ersten Wunder 1148 entwickelt sich ein Marien-Kult. Seitdem strahlt der religiöse Einfluss der Stadt auf ganz Europa aus. Neue Gebäude (Kirchen, Kapellen, Altarräume) werden durch eine Großzahl von Pilgern finanziert. 1166 erhält die Stadt ihren Name durch die Entdeckung der Grabes von St. Amadour, die sich daraufhin die "Rochade von St. Amadour" nennt.
Ab dem 14. Jahrhundert erleidet Rocamadour eine Periode des Niedergangs: Von den Mönchen verlassen, Religionskriege, die Kirchen zerstören und religiöse Schätze schänden - all das beendet die Zeiten des Wohlstands. Ein wenig später plündern auch die Revolutionäre die Stadt, welche im Laufe der Jahrhunderte zur Ruine verfällt.
Im 19. Jahrhundert wird ein großer Teil der Gebäude durch den Antrieb des Bischof von Cahors, Eminenz Jean-Jacques Bardou, restauriert, der große Schwierigkeiten hat, die nötigen Mittel für diesen Schritt aufzubringen. Aber das Ergebnis ist ein großer Erfolg, da viele Gebäude gerettet werden können. Heutzutage tragen die Kirche St. Sauveur und die Krypta von St. Amadour den Titel des UNESCO-Weltkulturerbes.
Rocamadour ist einer der meistbesuchten Orte in Frankreich. Die Stadt besitzt ein reiches architektonisches Erbe, das tadellos restauriert wurde. Bei einem Spaziergang durch die steilen Straßen und Gässchen kann man die Bürgerhäuser und die religiösen Gebäude aus Quaderstein begutachten.
Bis heute ist Rocamadour, das auf dem Jakobsweg liegt, ein bekannter Pilgerort. Auch ist die Stadt für ihre Schwarze Jungfrau und die Reliquien von St. Amadour berühmt. Früher beinhaltete eine Pilgerreise nach Rocamadour, dass man 200 Stufen auf Knien bis zum Refugium empor klettert.
© Ein Artikel von Sébastien Champagne - Détours en Limousin.
Übersetzung: Julia Mannagottera
Letzte Aktualisierung: September 2010