Die geschwungenen Straßen im Nordwesten der Corrèze führen uns auf die Entdeckungsreise eines der Schönsten Dörfer Frankreichs. An der Mulde einer Flussschleife der Auvézère, am Fuße einer mittelalterlichen Fetsungsruine erstreckt sich Ségur-le-Château. Das Tal von Ségur, durch welches sich der Fluss in Richtung Dordogne zieht, trägt die Klassifizierung ZNIEFF - zone naturelle d'intérêt écologique, faunistique et floristique (Naturgebiet von Bedeutung für Ökologie, Pflanzen- und Tierwelt). Die historische Bedeutung des Dorfes ist verbunden mit seiner Wichtigkeit für die Umwelt und Landschaft, was Wander- und Kulturliebhaber begeistern wird.
Die Schätze der mittelalterlichen Vergangenheit sind allgegenwärtig - und bleiben für keinen Besucher unbemerkt. Auf dem Felsvorsprung, der über dem malerischen Dorf thront, ragen die Ruinen einer Festung aus dem 12. Jahrhundert empor, deren einst imposantes Aussehen man heute noch erahnen kann. Auf Okzitanisch bedeutet Ségur "Sicherer Ort"; daraus wird klar, dass dieser Ort durch den hohen Felsen sich damals als günstige Stelle für die Erbauung einer Festung erwies. Diese ist zwar nicht zur Besichtigung offen, aber man kann ihre direkte Umgebung entdecken (Blauer Weg) und sich vorstellen, wie die Vorfahren des Königs von Frankreich Henri IV im Inneren lebten.
Die Familie von Albret, die in den Jahren 1481-1610 den Titel des Vicomte von Limoges inne hat, hält sich zu der Zeit oft in Ségur auf. Darüber hinaus wird dort 1469 der Großvater von Henri IV, der Vater von Jeanne d'Albret geboren. Besonders die Architektur der Häuser von Ségur ist interessant: Behauene Granit-Türrahmen, Türmchen und Fachwerkbauten. Dieser Reichtum wurzelt in der Einrichtung eines Berufungsgerichts ("Hof der Lockvögel") aus dem 15. Jahrhundert, dessen Zuständigkeitsbereich sich über hunderte von Lehnsherrschaften in der ganzen Gegend von Périgord und Limousin erstreckt. Bis zum 18. Jahrhundert strömt eine ganze Bevölkerung von Juristen in Ségur-le-Château zusammen.
Eine Parkmöglichkeit besteht auf dem Festplatz. Von diesem aus erlauben mehrere Wanderwege, das Kulturerbe des Dorfes zu entdecken. Entlang der Gässchen und Hohlwege reihen sich Mühlen, alte Bäume, Bäche, Quellen und Waschhäuser, ehemalige mittelalterliche Gleise, eine Scheune mit ovalem Grundriss, ...

© Ein Artikel von Stéphane Dubin - Détours en Limousin.
Übersetzung: Julia Mannagottera
Letzte Aktualisierung: Mai 2010