Hoch oben auf seinem Felsvorsprung wacht das Schloss von Ventadour wie ein schlafender Riese über das Tal. Diese einige Kilometer von Egletons entfernte feudale Festung aus dem 11. Jahrhundert ist einer der Zeitzeugen der religiösen Vergangenheit.
Ventadour kommt vom okzitanischen Ausdruck "ventadar" - "im Winde". Diese Namenswahl wird tatsächlich verständlich, wenn man die auf ihrem Felsvorsprung liegende Festung sieht, deren Schluchten 500m in die Tiefe des Flusstals hinabfallen. Die Geschichte des im 11. Jahrhundert erbauten Schlosses wechselt zwischen Kriegsperioden ... und Zeiten voller Poesie! Dieses Steinschiff hat vielen großen Anstürmen getrotzt, z.B. dem unter Henri II von England 1182 oder dem unter Richard Löwenherz 1198. Einige Jahre vorher, zu Beginn des 12. Jahrhundert interessiert sich der dortige Landesfürst sehr für die Kunst des Minnegesangs und beschließt so, eine Dichterschule in Ventadour zu gründen. Ein wenig später wird der 1125 in Ventadour geborene Bernard, Sohn eines Bäckers, zum berühmten Minnesänger Bernard de Ventadour, der damals an zahlreichen Höfen in Frankreich und England bekannt ist.
Ein Schild gleich rechts vor dem Parkplatz zeigt, wo sich der Treffpunkt für Führungen durch das Schloss befindet. Im Sommer wird die Möglichkeit angeboten, eine Führung durch das Innere und die Umgebung der Schlossruinen zu machen, bei der man die vielen Restaurationsarbeiten des ehemals verlassenen Ortes begutachten kann. Beim Durchlaufen dieser Örtlichkeiten wird man sich der früheren Größe dieser Festung und des teils schon vergessenen Reichtums seiner Geschichte bewusst.
Zwei Wanderwege starten an der Kirche des Dorfes von Ventadour:
© Ein Artikel von Sébastien Champagne - Détours en Limousin
Übersetzung: Julia Mannagottera
Letzte Aktualisierung: November 2009